A trip to downunder - part#3

Zurück auf dem Festland

Es ist morgens 5 Uhr. Wir sind sicher im Hafen von Melbourne angekommen. Die Ueberfahrt ist wieder sehr ruhig verlaufen.

Die Strecke bis zum Wilsons Promotory NP ist in ca. 3h geschafft. Es gibt nur eine geteerte Strasse (sealed road) in den Park und der endet beim Tidal River. Wir schlagen unser (Dach)-Zelt auf. Dies tun hier aber noch bis zu 480 andere Camper mit ihrem Zelt! Ein richtiger Tourismusauflauf. Eigentlich nicht unser Ding. Aber was solls für eine Nacht. Der NP ist zu schön.

Der Himmel ist noch etwas wolkenverhangen. Ideal, um den Strand zu besichtigen. Während wir zum Lookout wandern, verziehen sich die Wolken. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die ganze Bucht. Nach dem Outdoor-Dinner kreuzt ein Wombat unseren Campground. Er stört sich nicht an unserem Dasein.

Nach dem 2-stündigen Lilly Pully Gully Walk verlassen wir den NP und kreuzen die Wege einer Schar von Emus. Kangaroos haben wir zwar nicht gesehen, aber es soll eine Menge davon im Park geben.
Unser Weg führt uns wieder durch Melbourne. Diesmal halten wir auf der Westseite - in Torquay. "Surfcity" nennt sich der Ort ganz stolz. Zur Zeit findet hier am berühmten "Bells Beach" ein Surf- Contest statt. Die See ist aber flau und zum Surfen der Profis nicht geeignet. Zum Wetter steht auf einer Tafel in der Stadt: "stay & shop". Das wollen wir auch tun, aber wir finden zu unserer Enttäuschung nichts, was uns gefällt. Am nächsten Tag ist das Wetter der Surfer immer noch nicht eingetroffen. Dafür stimmt es für uns: Sonne, blauer Himmel und fast windstill.

Wir verlassen nun die Südküste und fahren nordwestwärts weiter nach Ballarat. Mehr als 300km schaffen wir nicht und machen Rast in St. Aubin. Seit Ballarat - einer Goldgräber-Stadt - gibt es entlang des Highways ausser ein paar Bäumen nur Felder mit Strohhalmen und Telefonmasten.

Die Gegend wird jetzt immer flacher. Der Highway immer gerader und die Autos und Städte immer rarer. Die Farmer arbeiten hier in einer der grossen Kornkammern Australiens. Alle paar Kilometer gibt es riesige Berge von Korn.
Unser Tagesziel heisst Mildura. Bis 50km davor ist die Landschaft immer noch karg und flach. Dann aber ändert sie sich auf einen Schlag in eine blühende Oase. Was wir in Mildura antreffen, können wir fast nicht glauben! Palmen, grüner Rasen und kilometerlange Reihen von Rebstöcken. Wir sind im Gebiet des Murray Rivers. Da habe wir uns wohl etwas zu wenig vorbereitet. Vom Informationscenter erhalten wir sehr gute Infos.
Wir entschliessen uns kurzerhand, nicht direkt nach Broken Hill zu fahren, sondern einen Abstecher in den Mulgo NP zu machen.

Der Mungo National Park

Kurz nach Mildura verlassen wir den Bundesstaat Victoria (VIC). Wir sind nun wieder in New South Wales (NSW), aber am Westende ca. 1200km von Sydney entfernt. Mit dem Grenzübertritt verlassen wir auch den geteerten Highway. Für die nächsten 100km ist "Gravel road" angesagt. Zwar können wir mit über 80km/h fahren, aber mit äussester Vorsicht. Immer wieder hat es kaum zu sehende Schlaglöcher, und auf dem Wellblech wird man so richtig durchgeschüttelt. Die Landschaft hat sich nun verändert. Der Boden ist karg und meist aus rotem Sand oder Gestein, wegen dem hohen Eisengehalt. Bis zum Horizont ist alles ziemlich flach.




Wir sind nun endgültig im OUTBACK
Wir erreichen das Visitorcenter im Park nach dem Mittag. Wir entschliessen uns, die Hauptattraktion des Parkes gleich anzusehen - die "Walls of china". Ein Steingebilde ähnlich wie die Pinacles in Western Australia (WA). Die bizzaren Steinformationen sind in gelbliche Sanddünen gebettet. Ursprünglich (vor 22'000 Jahren) war hier einmal ein See.
Der Park bietet auch einen Rundkurs um die Wall. Den nehmen wir uns vor. Schon nach kürzer Zeit hüpfen 2 Kangaroos über die Strasse - wir sind entzückt. Auf der Ostseite der Mauer beginnt das reinste Tierparadies! 100erte von Kangaroos. So viele haben wir in unserem ganzen Leben noch nicht gesehen. Zwischendurch laufen auch kleine Gruppen oder einzelne Emus über die Weiden und Strassen. Wir sind begeistert. Am Ende kehren wir zurück zu den bizarren Steingebilden. Die Sonne geht bald unter. Die ideale Zeit zum Photographieren.

Nach Einbruch der Dunkelheit fahren wir zum Campground, stellen das Zelt auf und essen etwas. Die Nacht im Outback ist stockdunkel. Man sieht nur den klaren Sternenhimmel und ein paar Gaslampen und Feuer fürs BBQ. Es herscht Totenstille. Man hört nur ab und zu ein Vogel quietschen oder andere Tiergeräusche. Das war der perfekte Tag. Der Abstecher in diesen Park ist ein echter Geheimtip.

Broken Hill

Die Strasse ist weiterhin ungeteert. Aber in einem merklich schlechteren Zustand als gestern. Das Auto, das Gepäck und wir werden ziemlich durchgeschüttelt. Doch wir nehmen zur Kenntnis, dass wir genau das Fahrzeug bei uns haben, das für diese Strassen geeignet ist. Hinter uns ziehen wir eine lange Staubfahne nach - "Bulldust" wird das hier genannt. Feiner Sandstaub, der in jede noch so kleine Ritze Eingang findet. Wie sehen wieder eine Menge an Tieren: Kangaroos, Rinder, Schafe, Kakadus und Gahlas. Wir kreuzen immer wieder "Grid"s. Bei jedem Viehzaun ist die Strasse mit einem Gitterrost versehen. Pascal hat jedesmal einen Heidenspass , wenn wir über ein Grid fahren. Ganz offensichtlich gefällt es ihm, wenn es im Auto schüttelt. Wir haben da schon mit anderem gerechnet.

Bei Menindee ist der Highway wieder geteert. Nun geht es rassiger durchs Outback.
Beim hiesigen See hat es in einer Bucht etwa 500 (wahrscheinlich noch mehr!) Pelikane. So viele habe ich noch nie gesehen.

Seit Melbourne war die Rinder- und Schafzucht sowie die Kornfelder der Farmer die Hauptbeschäftigung der hier wohnenden Bevölkerung. In Broken Hill herscht nun die Minenarbeit vor. Zur Hauptsache wird hier Silber gewonnen. Wenns mir recht ist, wird hier weltweit am meisten Silber gefördert. Broken Hill liegt auf den Hauptverkehrsachsen Sydney (NSW) - Adelaide (SA) und von Melbourne (VIC) ins Outback von Queensland (QLD) und vom Northern Teritorry (NT).
Wir buchen eine Nacht in einem "dugout" in White Cliffs.

Der Highway - die Strassen Australiens

In unseren Gefilden ist er als gut ausgebaute und mit mehreren Spuren versehene Strasse bekannt. Am Anfang sieht dies hier auch so aus. Alle Grossstädte wie Sydney, Melbourne oder Perth haben das. Der "No. 1" dieser Spezies ist der "Princess Highway". Er führt entland der Küste um ganz Australien. Ein anderer Bekannter ist der "Stuart Highway". Er verbindet die Städte Darwin (im Norden) mit Adelaide (im Süden). In der Mitte dieser Landstrasse liegt Alice Springs. In Stadtnähe ist er jeweils mehrspurig. Danach wir der auf 2 reduziert. Beide dieser Highways sind asphaltiert.

Neben diesen beiden gibt es noch ganz andere Strassen, die als Highway bezeichnet werden. Zum Beispiel eine Strasse mit einer normalen "Highway-Breite", die aber nur in der Mitte (ca. eine Lastwagenbreite) geteert ist. Der Rest ist gewalzter Schotter. Solange man da alleine fährt, kann man schön auf dem Asphalt fahren. Spätestens bei einem entgegenkommenden Fahrzeug sollte man aber mehr links fahren! Hierbei kann es dann schon mal vorkommen, dass einem ein Stein in die Windschutzscheibe fliegt. Man kann dann nur hoffen, das sie nicht gleich zerstört wird.

Von dugouts und washouts

White Cliffs erreichen wir über den Barrier Highway und anschliessend auf einer Schotterstrasse. Auf einem Rastplatz treffen wir einen Aussie, der uns ein paar gute Tipps für unsere bevorstehende Route hat. Den Sturt NP sollen wir dem Warri Warri Gate vorziehen. Wir werden uns das mal merken.

Vor der Weiterfahrt entdecken wir noch zwei wunderschöne Papageien. Die müssen natürlich photographiert sein! Sie sind nicht sehr scheu, wie dies bei diesen Tieren sonst üblich ist.
Der Highway bietet ausser ein paar Trucks nicht sehr viel. Die Strasse vom Highway nach Wihte Cliffs ist recht gut - Schotter natürlich. Ein Teil der Strasse wird gerade neu gemacht. Die Umleitung ist mit Wasser bespritzt worden. Die ersten roten Streifen am Auto werden sichtbar - Outback-Spuren.
Viel sieht man nicht von der Stadt. Logisch, Opale werden untertag geschürft, und so spielt sich das Leben auch hier ab. Wir checken bei PJ's Premier B&B dugout ein. Er hat ganz einfach aus seinem Stollen eine Wohnung und 5 Zimmer geschaffen. Nach dem letzten gehts durch ein Tür in den "Arbeitsraum".

Wir machen eine Stadtrundfahrt und schauen ein paar Bohrlöcher an. Das müssen eigenartige Menschen sein, die das hier länger aushalten. Wir kehren zurück ins Dugout und richten uns im Zimmer ein. Das Dinner nehmen mir angesichts der fehlenden Auswahl im Ort auch hier ein. Es gibt knuspriges Lamm mit Reis. Es schmeckt vorzüglich.
Beim Plaudern spreche ich Peter auf die hiesigen Schlangen an. Er meint:"Oh, es gibt sehr viele hier!" Nun ja, gesehen haben wir da keine.

Die Nacht im Dugout ist genial und macht richtig Spass. Nach dem Morgenessen machen wir uns wieder auf den Weg.

Mit 80 durchs Outback

Wir fahren auf einer Gravel Road wieder in Richtung Westen zum Silver City Highway (Broken Hill - Tibooburra) mit Ziel in Tibooburra. Frühmorgens gibt es wieder eine Menge Kangaroos und Emus's zu sehen. Bis zum Highway ist die Strasse gut, dann wird es zwischendurch ziemlich holprig.
Am früheren Nachmittag erreichen wir das Visitors Centre in Tibooburra. Wir öffnen das Tor und treten ein. HILFE! Eine King Brown Snake liegt direkt neben uns im Gebüsch. Was tun? Sofort den Photoapparat holen und photographieren.
Das war natürlich nur ein kleines Spässchen. Die Schlange auf dem Photo ist zwar eine King Brown - eine der giftigsten Schlangen der Welt. Aber sie ist bereits eingefroren. Ingrid - die Rangerin hier - hat sie extra aus dem Kühler geholt, damit ich mal eine Schlange gefahrlos aufnehmen kann.
Die Schlange hat sie vor ein paar Tagen hier im Sturt NP auf der Strasse gefunden. Sie war noch so warm, dass sie vermutlich erst vor kurzem überfahren worden war. Die Rangerin stammt ursprünglich aus Deutschland, ist seit 10 Jahren in Australien und hat in Sydney studiert. Nun arbeitet sie seit einem Jahr als Rangerin hier in Tibooburra. Sie gibt uns den Tipp, dass wir die 4WD Strecke durch den Sturt NP zum Camerons Corner nehmen sollen. Diese ist oft besser als die eigentliche Route. Nachdem sie uns noch ein wenig über die hiesigen Schlangen informiert hat, sind wir uns nun ganz sicher, dass die Aussies halt immer wieder gerne mal übertreiben. Besonders wenn es um gefährliche Tiere in Downunder geht.

Dreiländereck

Wir machen uns auf den Weg zur Jump Up Loop Road. Doch vorher wird nochmals vollgetank. Die Tankmöglichkeiten werden nun recht rar sein. Die Fahrt durch den Sturt NP ist sehr schön. Es sind wieder eine Menge Kangaroos, Emus, Adler, Kakadus und Ghalas zu sehen.

Wir campen auf dem Campground der Cordilos Down Station. Wir werden von Hunderten von Fliegen empfangen. Das Nachtessen ist nur kurz, da zu viele Fliegen mitessen wollen. Wie auch in Broken Hill ist es tagsüber um die 30 Grad und in der Nacht etwa 6 Grad kühler.
Wir lassen das Zelt geöffnet - mit Ausnahme des Moskitonetztes versteht sich. Ich habe das Auto so geparkt, dass die Sonne morgens gleich ins Zelt scheint. Es sieht herrlich aus - wenn nur die Fliegen nicht wären...

Wir fahren weiter auf dem 4WD Track bis zum nördlichsten Punkt. Da treffen wir auf den legendären "Dingo Fence". Die Länge dieses Zaunes ist mehr als 5500km und umspannt fast das ganze Inland von NSW. Er wurde errichtet, um die Dingos - australische Hunde mit einer Wolfsmischung - nicht in die Weidegründe der Schafe zu lassen. Damit wurde ebenfalls die Kaninchenplage eingedämmt. Der Zaun wird weiterhin sehr gut gewartet.

Auch hier hat es unheimlich viele Kangaroos. Immer wenn wir anzubrausen kommen, horchen sie auf, warten kurz, stehen dann auf und hüpfen davon. Viele Kangarooweibchen haben ihr Junges dabei. Wir sehen auch wieder einige Schwärme Kakadus und Ghalas. Das Gelände ist mit weitläufigen Hügeln überzogen und - für diese Gegend - sehr abwechslungsreich. Einmal fahren wir über roten Sand, dann wieder über eine weisse oder gelbe Sandpartie, und dann kommt eine grüngelbe Grasebene.

Wir erreichen das Zauntor am Camerons Corner. Der Dingozaun dreht hier nach Süden ab. Wir wollen aber weiter nach Westen zum Strzelecki Track. Speziell an diesem Corner ist aber nicht der Zaun, sondern dass hier die drei Bundesstaaten NSW, SA und Qld zusammenkommen. Wir genehmigen uns also in Queensland im Camerons Corner Store einen kühlen Drink und fahren dann übers Grid weiter nach Südaustralien.

Bis zum Strzelecki Track sind es noch etwas mehr als 100km Gravel Road. Wir fahren über unzählige rote Dünen. Sie verlaufen alle von Norden nach Süden. Also genau rechtwinklig zu unserer Fahrtrichtung. Es fällt auf, dass es hier ausser ein paar Kühen und Rindern keine Tiere mehr hat. Dies hängt sicher auch mit dem Dingozaun zusammen.

Wir fahren nun auf dem Strzelecki Track (der Name stammt übrigens von einem polnischen Forscher) in Richtung Norden nach Innaminka. Das Gebiet ist sehr flach, links und rechts die Dünen. Die Strasse ist sehr breit und wird von der hiesigen Gascompany unterhalten, was bedeutet, dass sie auf diesem Teil auch entsprechen gut ist. Road Trains mit entsprechenden Staub - sorry dust - Wolken kreuzen unseren Weg.

Innaminka

Um 4h morgens ist es noch dunkel, aber der Himmel sternenklar. Der Mond hängt mit seiner Sichel hoch über dem Horizont. Die Vögel beginnen zu zwitschern. Die Kakadus übertönen alle andern mit ihren Rufen.Langsam zeichnet sich am Horizont eine Linie ab. Zuerst ist es ein helles blaues Band. Langsam färbt es sich in rot. Aus der Ferne hört man das Heulen der Dingos. Wir sind wieder in Qld, deshalb gibt es hier eben auch Dingos. Der Dieselmotor für die Stromversorgung des hiesigen Hotels mit Pub springt an. Der Tag erwacht langsam.

Die Zelte am Cooper Creek sind schnell abgebrochen. Um 8h30 sind wir startklar. Schon nach 400m kreuzt ein Dingo unseren Weg. Er lässt sich durch uns nicht beunruhigen.

Strzelecki Track

Nun fahren wir den ersten Teil wieder auf der gleichen Strecke wie gestern. Tiere sind hier kaum zu sehen. Wir wollen heute das 500km entfernte Lyndhurst erreichen. Der ganze Track ist "Gravel Road". Wir geben "full speed". Einige Passagen sind ziemlich rau. Schlaglöcher sind nur schwer zu erkennen. Und wenn, ist es bei diesem Speed zu spät zum Bremsen. Links und rechts des Tracks hat es immer noch Sanddünen.

Ab und zu kreuzen uns Fahrzeuge der Gascompany. In dieser Gegend befinden sich die grössten Gasvorkommen in Südaustralien.

Auf den letzten 200km wechselt die Landschaft in eine öde, karge Ebene. Erst kurz vor Lyndhurst gibt es wieder eine abwechslungsreichere Hügellandschaft mit ein paar Creeks. Diese sind meist mit Bäumen und Sträuchern bestückt.

In Lyndhurst sind wir bereits kurz nach Mittag. Wir tanken voll, denn man weiss ja nie, wie teuer der Diesel noch wird. In Maree machen wir definitiv Halt. Heute haben wir satte 550km auf Outbackstrassen geschafft. Nun liegen wir wieder gut in der Marschtabelle.

Oodnadatta Track

Maree ist Ausgangspunkt für zwei Tracks; den Oodnadatta- und den Birdsville-Track. Letzterer führt Reisende direkt in die Simpson Desert. Da ist es aber sehr heiss (ca. 50 Grad) und zu schwierig, um mit Pascal dahin zu fahren. Deshalb nehmen wir die einfache Route auf dem legendären Oodnadatta Track

Vor dem Bau des Stuart Highways war dies die Hauptverbindung von Südaustralien ins Red Center (Alice Springs). Der Track führt entlang der alten Eisenbahnline "The Ghan". Der Gahn ersetzte die Kamelkaravanen, welche früher Waren ins Zentrum Australiens brachten. Die Kameltreiber waren meist Afghanen. Zu deren Ehren wurde diese Linie "The ghan" benannt. Heute führt die Linie des Ghan wo anders durch, da die alte nach Ueberschwemmungen meist Monate nicht genutzt werden konnte.

Wir sehen noch einige Ueberbleibsel: Lokomotiven, Wassertanks, Brücken und Schienen.

50km nach Maree schaukelt der Wagen ungewöhnlich. Wir halten an. Plattfuss hinten links. Pascal will sofort Hand anlegen. Dies ist aber viel zu gefährlich, darum muss er wohl oder übel zuschauen. Kaum haben wir mit dem Wechsel begonnen, hält auch schon ein Australier mit seinem Caravan an und bietet freundlich seine Hilfe an. Er meint in typischer Aussie Manier: "...it's only low at the bottom!" Er lacht und packt richtig an. Wir montieren den Highjack (der typische australische Wagenheber), hieven die 2.5t einen halben Meter und wechseln das Rad. Wir verabreden uns im Pub von William Creek auf ein Bier. Ein "VB" (Victorian Bitter) muss es aber sein - kein Wunder, er stammt aus Melbourne.

Beim Lake Eyre treffen wir uns bereits wieder. Diesmal hat er Probleme mit dem Wasser am Caravan. In Curdimurka verlassen wir den Track kurz, um einen Wassertank zu photographieren. Alles paletti - ausser, dass wir auf der Rückfahrt durch ein Mudloch fahren und stecken bleiben. "bloody tourist" denkt sich wohl der Maler, der hier die Ruinen streicht. Dank 4WD kommen wir nach ein paar Versuchen wieder frei. Nun haben wir auch diesen wieder im Griff. Ich will mich bei ihm für meint Verhalten entschuldigen und dafür, dass ich ihm den Vorplatz "versaut" habe. Doch er nimmts mit der üblichen Gelassenheit: "no worries mate". Mit riesigen Lehmklumpen an den Rädern fahren wir zum Highway zurück.

Williams Creek besteht aus nicht mehr als einem Pub, Store, Hotel und Caravanpark. Hier buchen wir ein. Der Helfer aus Melbourne ist schon hier. Wie abgemacht treffen wir uns im Pub und ich drinke mein erstes VB in WC. Wir plaudern über Routen und "nice spots".

Plötzlich gibt es Bewegung im Outback-Pub. Der "Mail Run" aus Cooper Peedy ist angekommen. Ein 4WD Bus mit Anhänger bringt Post und Waren in die abgelegensten Winkel Australiens. Dies wird auch touristisch vermarktet. Ich will dann in Alice Springs so eine Tagestour buchen - aber mit dem Postflieger. Der Sonnenuntergang ist wieder herrlich. Die Temperatur liegt nun nur noch bei ca. 32 Grad, war es doch den ganzen Tag um die 40.

Der zweite Teil des Tracks führt uns über Oodnadatta nach Marla. Auf diesem Teil gibt es nicht mehr allzuviel zu sehen. Eine grosse Eisenbahnbrücke und eine spektakuläre Wasserdurchfahrt sind die Hauptattraktionen. Kurz vor dem Highway in Marla treffen wir eine Aboriginie-Familie, die einen Plattfuss hat. Das Reserverad hat ebenfalls keine Luft. Zum Glück haben wir das entsprechende Equipment dabei und können ihnen helfen.

Auf dem Campground in Marla treffen wir noch "Roo-Shooter", welche sich bereit machen für ihre Arbeit. "A hard work!".

Wir befinden uns nun wieder auf der Touristenstrecke am Stuart Highway. Hier endet der Oodnadatta Track. Nun ist die Strasse geteert. Unser erstes grösseres Outback- Abenteuer liegt hinter uns. Der Weg führt nun weiter Richtung Alice Springs. Aber zuvor wollen wir natürlich noch zur Hauptattraktion - zum ULURU.



See you...the next letter is coming soon.

Technische Daten

Standort: Marla (SA)
Tage: 43/87
Flugstrecke: Zürich - Singapore - Sydney
Flugdistanz: ca. 16'000km
Flugzeit: 18h 30'
Fähren Anzahl: 5
  Melbourne-Gorgetown: ca. 250 km
  Pieman River ca. 250m
  Bruny Island ca. 3km (2mal)
  Devonport-Melbourne ca. 250 km
Strassenkilometer: ca. 8'000km
  davon ca. 2'000km unsealed road
Verbrauch Diesel: ca. 1000 Liter
Gas (Kochen/Licht): 1 Flasche à 5 Liter

Reiseroute