A trip to downunder - part#4

Auf zum Red Center

Marla besteht nur aus einem Roadhouse und liegt direkt am Stuart Highway. Nach einigen dutzend Kilometern verlassen wir den Staat Südaustralien und fahren ins Northern Territory bis nach Erlunda, wo der Lasseter Highway beginnt. Er führt uns direkt ins Herz des Red Centers. Zuvor machen wir noch einen Stop in Curtis Springs. Hier gibt es nämlich "free camping". In der Nähe ist eine recht grosse Cattle Station - was bei uns soviel heisst wie eine Rinderfarm. Auf einem Plakat lese ich: "...1'000 km^2...". So gross ist die Fläche, auf denen die Rinder dieser Station weiden. Ich kann mir diese Dimension gar nicht vorstellen. Im Vergleich: der Kanton Solothurn hat 791km^2. Die grösste Cattle Station ist aber Anna Creek und liegt in der Nähe von William Creek. Sie wird noch ein paar Tausender mehr haben...

Kata Tjuta

Da wir bereits einmal im Yulara NP gewesen sind, nützen wir die bereits gewonnene Erfahrung und sehen uns gleich das am weitest weg gelegene Objekt an - den Kata Tjuta. In der englischen Sprache wird er Mt. Olga genannt. Heute ist es sehr heiss und kaum zum Wandern

geeignet. Wir lassen das "Valley of the winds" - so heisst der hiesige Walk - wo er ist und begnügen uns mit dem Anblick des Felsgesteins von Westen her.
Unsere Planung sieht vor, dass wir uns hier den Sonnenuntergang ansehen. Da es noch ein paar Stunden bis dahin dauert, nehmen wir mal das Abendessen ein und machen uns bereit für den sunset. Inzwischen ziehen aber Wolken auf. Zuerst helle und dann immer dunklere. Tropfen fallen vom Himmel...Regen? Hier? Das hatten wir doch auch schon mal. Kurz nach sechs Uhr beginnt das Schauspiel. Am Horizont hat es keine Wolken mehr. Nur noch über uns und dem Felsmassiv. Die Sonne scheint in einem warmen Gelb unter den Wolken direkt auf den Kata Tjuta. Es kann kaum schöner sein. Als Höhepunkt setzen sich zwei Regenbogen direkt über das massive Gestein. Wer hätte das vorhersehen können - aber eben, das ist Natur pur!

Uluru

Der Uluru ist hier im Park - südwestlich von Alice Springs - der Hauptanziehungspunkt für Touristen und DIE Sehenswürdigkeit schlechthin. Wahrscheinlich ist er das meist photograpierte Objekt im Red Center, ja sogar in ganz Australien. Keiner will ihn missen. Jeder weisse Aussie will ihn einmal in seinem Leben besteigen und ist stolz, dass er die über 300 Höhenmeter hin und zurück gemeistert hat. Dass die Aboriginals - ihnen gehört das Land hier - das Besteigen des Berges nicht billigen, kümmert die weisse Bevölkerung hierzulande kaum. Alles, was in diesem meist flachen Land bestiegen werden kann, wird eben erklummen. So ist das nun mal.

Wir machen einen kurzen Walk zu einem Wasserloch (Billabong) am Fusse des Berges. Das Wasser ist herrlich in das Gestein eingebettet. Unter einem Shelter (Felsvorsprung) befinden sich naive Felsmalereien (rock painting), die das Wirken der hier lebenden Bevölkerung am Wasserloch beschreiben.

Fast jeder, der den roten Stein sieht, will ihn auch bei Sonnenuntergang sehen und das Schauspiel der Farben am Berg bewundern. Das tun auch wir. Der Andrang dieses Anlasses ist um ein Vielfaches höher als am Mt. Olga. Also sind wir rechtzeitig am Standort und warten auf ein Spektakel. Nur eben - gerade heute ist das nicht der Fall. Auch das ist eben - Natur pur! Trotzdem ist der Anblick schön und wir geniessen diesen Sonnenuntergang.

Das Feuer des Teufels?

Es ist wieder einmal Zeit, um uns startklar für die West Mac Donell Range zu machen. Das heisst, alle Wassertanks mit Frischwasser zu füllen, genügend Treibstoff zu haben und Esswaren mitzunehmen. Gemütlich und nicht all zu früh verlassen wir den Yulara Resort.

Herrlich rote Sanddünen säumen den Weg des Highways. Die Gräser sind zum Teil noch grün und die meisten Büsche blühen noch. Tiere sind nur wenige zu sehen. Meist sind es Vögel. Auf Kangaroos warten wir heute vergebens.

Der Teer des Highways ist schon warm. Die richtige Temperatur für Echsen, um sich auf der Strasse zu sonnen. Beim genauen Hinsehen erblicke ich auch endlich einmal einen Thorny Devil. Na Teufel? Einem Teufel sind wir doch auch schon begegnet! Der Thorny Devil gehört zur Art der Echsen - hier Lizzard genannt - sieht aber ziemlich gefürchig aus. Auch mehrere andere kleine Echsen sind heute zu sehen. Ich denke, es werden auch sehr viele überfahren, da man sie kaum sieht und wenn, dann ist es meist schon zu spät.

Aus der Ferne sieht man den Himmel am Horizont dunkler werden. Was mag das wohl sein? Nach einiger Zeit kann man es genauer sehen - bushfire. Schwarze Rauchwolken steigen zum Himmel. Das Land ist zur Zeit sehr trocken und es ist ziemlich heiss. Es braucht also nicht allzuviel, um Strohhalme und trockene Aeste zum Brennen zu bringen. In dieser Gegend hat es seit Monaten nicht mehr richtig geregnet.
(P.S: In Tibooburra hat es seit einem Jahr, in William Creek gar seit zwei Jahren nicht mehr geregnet.)
Es sind "nur" kleine lokale Brände. Teilweise stoppt der Highway mit seiner Breite die Flammen. Wenn nicht, brennt das Feuer alles ausser Erde und Bäume nieder. Dies ist aber im Outback ein normaler Vorgang der Natur. Nach einigen Wochen wächst wieder frisches Gras nach. Die Bäume lassen ihre verbrannte Rinde fallen und wachsen weiter.

Man kann also nicht sagen, dass der Thorny etwas mit dem Feuer zu tun hat! ;-) Falls ich es noch schaffe, einen Thorny Devil zu photographieren, werde ich den noch nachliefern.

Kings Canyon

Er ist zwar nicht sehr gross, aber er ist es allem mal wert um hinzufahren - die Rede ist vom Kings Canyon. Ein schmaler Canyon wird von mehreren hundert Metern hohen Felswänden flankiert. Im Creek wachsen wunderschöne weisse Gumtrees und geben dem Wanderer Schatten, auch bei den heutigen 36 Grad. Den Walk über den Felsen würden wir mit Pascal

wohl kaum schaffen, aber der kurze Walk in die Schlucht ist auch sehr imposant und abwechslungsreich.

Das Kings Canyon Resort liegt am Fusse des Canyons und ist der Ausganspunkt für den Meerinie Loop, den wir morgen in Angriff nehmen wollen.

Aboriginal Communities

Den Meerinie Loop haben wir vor 6 Jahren schon einmal befahren. Damals war der Track eben erst eröffnet worden und war in recht gutem Zustand. Er verbindet das Kings Canyon Resort mit Hermannsburg. Da auf dieser Strecke mehrere Aboriginal-Communities sind, ist ein "Permit" (Genehmigung) erforderlich. Dieses erhält man im Normalfall problemlos. Heute wird aber ein 4WD (four-wheel-drive) gefordert. Den haben wir und verpflichten uns, nicht in die Communities hineinzufahren oder Alkohol an die Ureinwohner zu verkaufen oder zu verschenken.

Den Loop schaffen wir in gut 2 Stunden trotz der wesentlich schlechteren Verhältnisse als Jahre zuvor.
In Hermannsburg halten wir kurz. Eigentlich gäbe es hier eine historische Stätte. Doch der Eintritt erscheint uns für das zu Bietende zu hoch. Hermannsburg ist eine alte Missionsstadt. Ein eher düsteres Kapitel in der kurzen Geschichte Australiens. Krampfhaft versuchten germanische Geistliche, die Ureinwohner von ihrem Lebenswandel zu überzeugen. Dass ein 40'000 Jahre altes Naturvolk nicht einfach von der westlichen Weltanschauung leben kann, mussten sie einsehen. Die Mentalitäten beider Volksgruppen sind nahezu gegensätzlich. Nur wenige Aboriginals fanden sich im neuen Glauben zurecht.

Heute sind sehr viele Ureinwohner vom Alkohol abhängig und finden sich in der Welt der Weissen gar nicht zurecht. Wenn man den Berichten glauben schenken darf, leben sie in den Communities besser. Am besten geht es aber wohl denen, die auch weiterhin in der Abgeschiedenheit leben und ihrer Traumzeit nachgehen.

Palm Valley

In Hermannsburg biegt ein 4WD Track ins Palm Valley ab. "rough" and "very sandy" steht oft dazu geschrieben. Wir gehens mal locker an. Nach der ersten Kurve stehen wir schon vor einer Flussdurchquerung. Danach kommen einige steinige Passagen. Auf halbem Weg folgt eine tiefe Sandpartie. Der Creek wird noch

ein paar Mal durchfahren, bevor es dann steinig und felsig wird. Die letzten 4 km sind fast nur noch aus Felsen. Der Toyota samt Inhalt wir richtig durchgeschüttelt, bis wir buchstäblich im Palm Valley stehen. Ein längerer Walk führt uns direkt an den Palmen vorbei. Es ist wirklich erstaunlich, dass hier in diesem schmalen Creek Palmen wachsen. Es sieht faszinierend aus.

Der Campdground ist am hiesigen Creek - er führt auch nach einem Jahr ohne Regen noch Wasser.
Auch den Rückweg meistern wir ohne Probleme.

Beim Wallace Rock Hole geniessen wir die Ausführungen eines Rangers. Er erzählt uns mit Anschauungsmaterial einiges über das Leben der Ureinwohner hier. Unter anderem auch einen lebenden Beweis einer Essware: eine lecker schmeckende und gut genährte Made!

A town called ALICE

Die West Mac Donell Range ist ein Gebirgsmassiv nicht viel höher als der Bucheggberg, aber mit sehr vielem Gestein. Ab und zu sind Unterbrüche im Massiv. Dort haben sich vor mehreren Milionen Jahren Spalten gebildet. In einem dieser "Gaps" ist Alice Springs angesiedelt worden. Seit wir Broken Hill verlassen haben, ist dies nun die erste Stadt, die wir seit langem sehen.
Auf dem Caravanpark finden viele Attraktionen statt. Am ersten Abend wird etwas über Didgeridoo erzählt und natürlich auch gespielt. Da wir es auf unseren ersten drei Reisen versäumt haben, eines zu kaufen, holen wir dies nun in Alice nach. Leider findet der Kurs an keinem der folgenden Tage statt. Mal sehen, vielleicht kann ich das ja dann in der Schweiz erlernen.

Gespannt erkundigen wir uns in der Info für den "Mail run flight" - mit dem Postflieger ins Outback. Leider wird das zu einer Fehlanzeige. Die Flüge können zur Zeit nicht mit Passagieren geflogen werden, da es irgendwelche "Lizenzprobleme" mit den Communities gibt :-( . Schade - und ich habe mich so darauf gefreut.

Das Wetter ist weiterhin sehr angenehm - 36 Grad am Tag. Gerade richig, um sich am Pool zu verweilen. Regen, das kennen wir nur noch vom Hörensagen.
Der "heutige" Ghan kommt nur noch 2 mal wöchentlich hier an. Deshalb sehen wir in leider nicht. Von Alice Springs aus kann man einiges in Tagestouren unternehmen. Wir entscheiden uns fürs Rainbow Valley, zirka 2 Autostunden südlich gelegen. 20 km davon sind "unsealed". Wir geniessen es, wieder durch den blutroten Sand zu fahren. Plötzlich passiert es aber - wie aus dem nichts steht plötzlich ein Roadtrain mit seiner Staubwolke vor uns. Wir haben nur eine Chance - weg vom Track in den Sand! Puhh! Da haben wir aber noch mal Glück gehabt.
Das Rainbow Valley selber gibt dann nicht allzuviel her. Es ist zu trocken. Wenn es geregnet hat, füllt sich die Ebene vor dem Berg mit Wasser und lässt diesen darin spiegeln. Im Sommer steht dann die Sonne beim Untergang auch in einem besseren Winkel zum Berg. Dann wäre es perfekt zum Photographieren.

Simpson Gap

Ein weiterer Einschnitt ins Gebirgsmassiv der Mac Donell Range stellt der Simpson Gap dar. Auch hier ist ein schmaler Durchgang zwischen den hohen Felsen. Die zum Teil heruntergefallenen Felsbrocken bieten das ideale Gelände für Rock-Wallabies. Sie gehören zur Familie der Kangaroos, sind aber relativ klein und meist grau. Erstaundlich ist, dass es im Creek immer noch Wasserstellen gibt. Geregnet hat es hier schon lange nicht mehr und hohe Berge, die den Creek speisen könnten, gibt es auch nicht.
Wo es Wasser gibt, ist der River Ghost Gum auch nicht weit weg. Diese Eykalyptusart ist mit einem schneeweissen Stamm und grasgrünen Blättern ausgestattet. Für mich der schönste Baum im Outback.

Schon wieder ein Teufel?

Wir verlassen Alice in Richtung Norden. Bis Darwin ist es noch ca. 1500km. Wir fahren aber nur ein kurzes Stück auf dem Stuart Highway und werden dann nach Osten auf den Barkle Highway wechseln.
Der Highway ist recht langweilig und nicht allzu abwechslungsreich. Ab und zu kommt uns ein Roadtrain entgegen, oder wir überholen einen. Wir brauchen ungefähr 600 m, um diese langen Dinger zu überholen. Hier sind sie maximal 53.5m lang und haben neben dem Schlepper noch 2 bis 3 Anhänger. Ich schätze das Gewicht eines solchen Zuges auf etwa 100 Tonnen. Man bedenke: in der Schweiz sind 25t zugelassen. Mit Genehmigung 40t!

Heute schaffen wir zum ersten Mal an einem Tag fast 500km und machen Halt bei den "Devils Marbles". Unzählige Steine liegen hier herum. Alle haben eine runde Form. Am Tage sieht es fast wie auf jedem Steinhaufen aus, aber wenn die Sonne auf oder unter geht, fangen die Steine an, rot zu leuchten und geben ihnen den Teufelscharakter. Mit einer Übernachtung hier können wir das Spektakel gleich zwei Mal erleben.

Die Weite des 5. Kontinents

Unser Tag beginnt mit dem Sonnenaufgang. Es geht wieder auf dem Highway durchs weite Land. Wir wollen heute den Border nach Queensland schaffen. Bis dahin sind es mehr als 550km.

Zuerst geht es weiter entlang der Telegraphline Richtung Norden. Wir überqueren das "Tropic of Capricorn (Subtropische Grenze). Ab und zu sieht man neben dem Highway Baustellen, auf denen an der Transkontinentalverbindung der Eisenbahn von Süden (ab Alice Springs) bis in den hohen Norden nach Darwin gearbeitet wird. "AustralAsia" nennt sich das. Mal sehen, vielleicht fährt dann der "Ghan" auch auf dieser Strecke.
In Tree Ways biegen wir nach Osten ab. Da wir hier immer noch recht weit von der Zivilisation weg sind, ist auch das Verkehrsaufkommen entsprechend: ca. alle halbe Stunde kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Links und rechts der Strasse hat es viel Spinifex-Gras, Gumtrees und Mulgabüsche. Die vielen Termitenhügel fallen einem bei den niedrigen Grashöhen ziemlich ins Auge. Diese hier nennt man Nordsüd-Termiten. Dies deshalb, weil sie ihre Hügel immer in Richtung Nord-Süd ausrichten - ich finde das sehr interessant. Dass Tiere dies können? Übrigens sind die Termiten zur Hauptsache dafür verantwortlich, dass die Didgeridoos ausgehöhlt werden.
Ab und zu sieht man wieder Buschfeuer. Reichen die Flammen bis an den Rand des Highways, wird es auch hintern den Glasscheiben des Autos extrem heiss. Gut, dass die Brände nicht allzu gross sind. Ab und zu sind auch Windräder zu sehen, sie pumpen - meist aus mehreren 100m - Trinkwasser an die Oberfläche. Der Kilometerzähler tickt unerbittlich. Heute schaffen wir sage und schreibe 750km. Dies reicht locker bis Mount Isa. Mann - so weit haben wir es noch nie an einem Tag geschafft.
Der Highway auf der Seite des Northern Territory ist in sehr gutem Zustand. Von der Queensland Seite kann man das gar nicht behaupten. Die letzen 200km sind sehr hart zu fahren. Nichtsdestotrotz sind wir heute in der grössten Stadt der Welt (das wird hier so behauptet), gelandet. Die Stadt ist flächenmässig genau so gross wie die Schweiz!
Mount Isa ist nichts anderes als eine Minenstadt. Das Beste daran ist: der Sprit ist sehr preiswert. Hier werden verschiedene Rohstoffe abgebaut. Der wichtigste ist "Copper" - also Kupfer. In Mount Isa wird weltweit am meisten dieses Metalles abgebaut. Die Stadt sieht schrecklich aus. Kamine und Schutthaufen bis zum Abwinken. Einfach eine richtige Minenstadt.
Da wir bisher so gut vorangekommen sind, reitzt der Ausblick einer Routenänderung nach Cairns gewaltig.

In the middle of nowhere

Glücklich darüber, dass wir diese Stadt schon wieder verlassen dürfen, biegen wir in den Highway ein. Wegen der Routenänderung fahren wir nun nicht direkt zur Ostküste (Townsville), sondern biegen nach 100km nordwärts ab. Unser Ziel ist heute Normanton (500km Entfernung) - irgendwo im walkabout
. Der Grund, weshalb wir im Moment so lange Strecken fahren, ist einfach: es gibt hier wenig bis gar nichts zum Anschauen.
Um Mount Isa sind noch einige Hügel, danach wir es wieder flach. Der Highway bis Normanton ist einer der "halben" - als nur in der Mitte geteert. Solange PKWs entgegenkommen, geht das ja noch. Die Roadtrain-Fahrer sind da gnadenlos. Entweder man verlässt die Strasse, oder man wird von ihnen dazu gezwungen...the bloody driver...kann ich da jeweils nur sagen! Wir haben das ja schon im Rainbow Valley erlebt.

Normanton liegt in der Bucht des grossen "Gulf of Capentaria". Die Luft ist hier recht salzig. Wahrscheinlich wegen der Nähe zum Meer. Abends wird es feucht und die Mosquitos tauchen auf. Auch Frösche sind zu sehen. Trotz des tropischen Klimas ist in der Umgebung wenig grün zu sehen. Das warme Wasser wird aus dem Boden gepumpt und schmeckt entsprechend und ist seifig.

Wir machen uns wieder früh ans Werk und verlassen Normanton in Richtung Osten. Kaum losgefahren, muss ich schon hart in die Bremsen stehen. Eine Schlange liegt auf dem Highway. Kamera packen, aussteigen, losrennen und hoffen, dass sie noch da ist. Schon aus der Ferne sehe ich, dass sie sich bewegt. Ein Auto kommt angebraust. Wie könnte es auch anders sein. Er fährt voll über die Schlange hinweg. Zuerst fliegt sie unterm Auto hoch, dann wird sie gegen das Rad geschleudert. Die Aussies scheinen einen Hang dafür zu haben, sämtliche Schlangen auf dem Highway aus Prinzip zu überfahren. Ich schreite weiter. Blut liegt neben dem Reptil. Aus gebührendem Abstand kann ich sehen, wie sie sich noch bewegt. Sie scheint mich wahrgenommen zu haben. Wir stehen uns Aug in Auge gegenüber. Sie hebt den Vorderteil in die Höhe. Ist sie bereit zum Angreifen? Ich weiss es nicht. Ich halte weiterhin genügend Abstand - man weiss ja nie. Ich schiesse ein paar Photos. Sie ist oben grün, unten gelb und hat ganz schwarze Auge. Ich habe keine Ahnung, ob sie giftig ist.
Beim Weglaufen schaue ich nochmals zurück, sie bewegt sich immer noch. Vielleicht überlebt sie es ja, wenn da nicht noch ein Aussie auftaucht...

Kaum 10 km weiter stehe ich wieder voll auf die Bremsen. Wieder eine Schlange. Diesemal auf unserer Fahrbahn. Ich nähere mich wieder mit Vorsicht. Diese Schlange ist viel dicker als die erste und ca. 1.5m lang. Sie scheint sich nicht mehr zu bewegen. In Anbetracht der vielen Ameisen auf ihrem Körper scheint sie schon ein Weilchen tot zu sein. Allerdings glänzt ihr Körper immer noch. Ihr Kopf ist ganz schwarz. Dies erleichtert das Erkennen des Schlangentyps erheblich - es ist eine Schwarzhalsphyton (black-headed-phyton).

Far north - the tropics of Queensland

Der Highway Richtung Ostküste ist nicht besser geworden. Immer wieder lassen Schlaglöcher das Fahrzeug durchschütteln. Im Gegenlicht erkennen wir die Umrisse eines Goanna (engl. lizzard). Ein Goanna ist eine grosse Echsenart. Sie werden bis zu 2.5m lang. Dieses Exemplar ist ca. 1m gross. Er wandert gemütlich zur andern Strassenseite. Als ich mit der Photoausrüstung zur Stelle bin, ist er nicht mehr zu sehen. "Der kann sich doch nicht in Luft aufgelöst haben", denke ich mir und schaue genauer hin. Siehe da, er hat sich im dichten Gras auf den Bauch gelegt und wartet. Ich schreite näher. Im nächsten Augenblick erhebt er sich und rennt mit hoch erhobenem Kopf weiter. Ja, so habe ich kaum eine Chance, ihn zu photographieren und lasse ihn wieder in Frieden.

ANZAC day

Der 25. April ist hier in Downunder ein Feiertag. Alle Geschäfter bleiben geschlossen. Man gedenkt der Opfer (australische) des 2. Weltkrieges. ANZAC heisst: Australien and New Zealand Army Camp.

Wir sind immer noch auf dem Kennedy Highway in Richtung Küste. Vor uns ein Roadtrain und dahinter ein Auto. Der Autofahrer will überholen, aber es gelingt ihm nicht. Er ärgert sich. Plötzlich erhebt sich vor uns eine Staubwolke. Der Roadtrain fährt nun links auf dem Schotter und der PKW Fahrer überholt. Wir wollen Abstand nehmen, doch es ist schon zu spät. Ein Stein knallt in die Windschutzscheibe. Zum Glück ist es nur ein kleiner Einschlag. Nun ja, so schnell kanns gehen. Wir sind tausende Kilometer auf geschotterten Strassen gefahren und haben unzählige Fahrzeuge gekreuzt. Aber ausgerechnet auf einem halb geteerten Highway passiert das. Alles Jammern hilft nichts. Das nächste Mal einfach besser aufpassen.
Am frühen Abend erreichen wir Ravenshoe. Nun ist die flache trockene Landschaft einer hügeligen grünen gewichen. Wir sind nun in den Tropen. Die Hügel gehören zur Great Dividing Range, die sich vom Cape York bis nach Sydney erstreckt (ca. 2500km).
Auch die Tierwelt ändert sich hier. Die gefährlichsten Tiere sind - neben den Schlangen und Spinnen - die Krokodile.

Was wir hier im Norden erleben und was es mit den Crocs so auf sich hat, lest ihr dann im nächsten Downunderletter...



See you...the next letter is coming soon.

Technische Daten

Standort: Ravenshoe (Qld)
Tage: 55/87
Flugstrecke: Zürich - Singapore - Sydney
Flugdistanz: ca. 16'000km
Flugzeit: 18h 30'
Fähren Anzahl: 5
  Melbourne-Gorgetown: ca. 250 km
  Pieman River ca. 250m
  Bruny Island ca. 3km (2mal)
  Devonport-Melbourne ca. 250 km
Strassenkilometer: ca. 12'500km
  davon ca. 2'400km unsealed road
Verbrauch Diesel: ca. 2000 Liter
Gas (Kochen/Licht): 1 Flasche à 5 Liter

Reiseroute