A trip to downunder - part#5

Von sweeties and salties

Ja es gibt sie noch, die prähistorischen Tiere, die Krokodile. Hier in Australien unterscheidet man zwei Arten: die Leistenkrokodile und die Salzwasserkrokodile. Die "sweeties" sind viel kleiner als ihre andern Artgenossen und haben ein dünnes, längliches Maul. Menschen greifen sie nur an, wenn sie beim Bewachen der Eier gestört werden. Ihr Territorium sind Süssgewässer. Viele Aussies gehen auch trotz der Leistkrokodile schwimmen. Wir sicher nicht!
Die "salties" werden bis zu 7m lang und über 1 Tonne schwer, sind im Salzwasser oder in deren Nähe zu finden.
Krokodile sind hier in Australien nur in den nördlichen Teilen zu finden.

Das Paradies in den Tropen

Im hügeligen Hochland im Norden von Queensland gibt es viele Wasserfälle. Einige davon schauen wir uns an. Das Zentrum der Halbinsel Cape York ist Cairns. Hier treffen sich viele Rucksacktouristen zum Stelldichein. Zahlreiche Wassersportarten können hier am wunderschönen Great Barrier Reef ausgeübt werden. Das Riff ist das grösste und eines der schönsten in seiner Art auf dieser Welt und ist eines der sieben Weltwunder. Es erstreckt sich von hier bis nach Brisbane.

Die Perle der Tropen

In Cairns buchen wir gleich ein paar Tage auf dem Caravanpark, damit wir uns von den langen Autofahrten ein wenig erholen können, und um ein paar Sachen einzukaufen.

Hier soll es auch die Möglichkeit geben, um ein Didgeridoo selber bauen zu können. Wir schreiben uns also sofort ein.
War das Wetter bis anhin recht freundlich, so gibts nun ein paar Aenderungen. Die Wetseason scheint noch nicht vorüber zu sein. Wir werden von heftigen Tropenregenschauern heimgesucht. Gut, dass das Zelt trocken bleibt.
Heute sollen wir nun unser erstes Didgeridoo bauen. Leider klappt dies nicht, weil es anscheinend zu stark geregnet hat und der Weg dorthin unpassierbar ist. Schade!
Glücklicherweise sind wir am Wochenende hier, denn es ist Markt. Hier finden wir neben feinen Mangos auch alle Zutaten für eine thailändische Suppe namens Tom Kha Gai. Auch die internationale Küche hier wollen wir uns nicht vorenthalten. Mexikanisch und und Chinesisch lassen wir uns nicht entgehen. Wer sich nun fragt, weshalb wir nicht australische Köstlichkeiten essen, der liegt zwar richtig - die gibt es aber kaum. Neben BBQ (Fleisch auf dem Grill mit Saucen) gibt es nicht viel. Ja, man kann fast sagen, die Fast-Food Industrie ist die australische Küche. Die brauchen wir eigentlich nicht. Am besten sind da noch die Counter-Meals in den Pubs.

Hier im Norden ist auch der Regenwald noch einigermassen in Takt. Es ist aber nicht mehr der selbe wie in Tasmanien. Hier ist ein "warm temperature rainforest". Was mich hier immer wieder fasziniert, ist die Statik einiger Baumarten. Sie sind sehr dünn, wachsen aber sehr hoch. Um ein Knicken des Baumes zu verhindern, wachsen an den Wurzeln über dem Boden "flächenartige" Verstärkungen. Ein geniales Ding der Natur.

The coconut man

Wir verlassen Cairns in südlicher Richtung.
Die ganze Gegend ist überfüllt mit Zuckerrohrfeldern. Ab und zu gibt es auch Ananas, Bananen oder Mangoplantagen. Das Zuckerrohr (engl. sugar cane) wird einmal pro Jahr geschnitten. Dies ist im Juni der Fall und dauert 20 Wochen. In dieser Zeit ist auf den Feldern und Strassen emsiges Treiben. Überbreite Lastwagen fahren mit den geschnittenen Rohren zu den naheliegenden Verarbeitungszentren. Von dort wird der Zucker in die Frachtschiffe verladen. Es gibt auch eine eigens für den Zuckerrohrtransport errichtete Eisenbahn. Diese Schmalspurbahn führt entlang der Felder zu den Fabriken.

An den Stränden sieht man verschiedene Palmenarten. Die bekannteste ist die Kokosnuss-Palme. Eine eben erst gefallene Nuss lesen wir auf und öffnen sie. Mit dem Messer dauert es eine halbe Stunde, bis sie von der Schale getrennt ist. Derweilen marschiert Pascal mit den herumliegenden Nüssen am Strand entlang und schmeisst sie wieder auf den Boden.

Green as green is

Das Gebiet um Cairns ist auch die Heimat eines äusserst seltenen Vogels. Der vom Aussterben bedrohte "cassowary" ist der drittgrösste nichtfliegende Vogel (Strauss, Emu). Ein ausgewachsenes Tier wird 2 Meter gross. Vor 10 Jahren habe ich mal einen am Strassenrand entdeckt und bin dabei ziemlich erschrocken ab dem grossen Vogel. Er ist nicht ganz ungefährlich. Man sollte ihm nicht zu nahe kommen und auch nicht vorwärts von ihm wegrennen. Am besten, man zieht sich langsam hinter einen Baum zurück.
Leider regnet es immer noch oft, so dass der Mission Beach weniger zum Erlebnis wird. Wir unternehmen einen weiteren Versuch - schöneres Wetter zu haben - in Lucinda. Das Wetter ist zwar besser, aber nicht stabil. Dafür gibt es hier wieder ein paar Tierchen zu bewundern. Zum einen finde ich Greenants. Eine der eher unangenehmen Ameisenart. Haben sie sich einmal an einem Ort sesshaft gemacht, lassen sie sich kaum mehr davon wegbringen. Vor Jahren hatten wir mal das "Glück", sie auf unserem Dachzelt zu haben. Mit Menschenkraft waren sie nicht wegzukriegen. Erst mit Chemie konnten wir sie zum Stillstand bringen. Aber auch dies nur mit Mühe. Wie hatte damals ein Tourist gemeint:"...burn it down...".
Ein weiterer Bewohner von Nassgebieten ist der Greenfrog. Er ist grün wie Gras und sieht ganz lustig aus. Meist geht er in der Nacht in Toiletten und Spühlbecken und macht hier Jagd auf Insekten. In der Nähe von Lampen wird er natürlich auch schnell satt. Hoffentlich frisst er möglichst viele Mosquitos und Sandflies, dann kriegen wir nicht mehr allzuviel von denen ab. ;-)

Billabong Sanctuary

Vor 10 Jahren haben wir im Zoo von Townsville zum ersten Mal lebende Kangaroos gesehen. Klar, dass wir nun mit Pascal wieder hier reinschauen.
Der Park hat sich nicht wesentlich verändert. Die Krokodile sind neu dazu gekommen. Hier treffen wir auch Dundiee. Ja, Crocodile-Dundiee, der legendäre Crocodileman aus Australien. Ich will ihn Euch nicht länger vorenthalten, hier ist er:
Neben den Cassowarys gibt es noch andere sehenswerte Vögel.
So zum Beispiel den yellow-tailed cookatoo und den Kookaburra. Letzterer ist bei uns besser bekannt als "lachender Hans". Seine herrliche Stimme hat dazu geführt, dass er Australiens Nationalvogel ist.
Ein Tier, welches ich Euch bisher auch vorenthalten habe, lässt sich hier im Park gut photographieren: der Wombat. Drollig, wie auch schon in Tasmanien gesehen, bewegt er sich hier in seinem Gehege.
Ganz sicher dürfen auch die Schlangen nicht fehlen. Die 3 giftigsten der Welt sind hier: der Taipan führt die Liste an. (Achtung: Bild nicht berühren...die Schlange ist SEHR GIFTIG!
Verschiedene nichtgiftige Schlangen werden vorgeführt und über Wissenswertes wird Auskunft gegeben. So erfährt man, dass in Australien "nur" 2-3 Menschen pro Jahr an Schlangenbissen sterben. In Indien sollen es ein paar Tausend sein. Die schnellste Schlange ist gerade Mal 12km/h schnell. (Reicht also locker zum Wegrennen ;-) ). Kangaroos hat es natürlich jede Menge. Wie man sieht, hat auch Pascal seinen Spass daran...


Der Park gefällt uns auch diesmal sehr gut und ist der schönste seiner Art, den wir in Downunder bisher gesehen haben.

the way to paradies

In Lucinda haben wir den ultimativen Tip zum Paradies erhalten: Earlando.
Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen und biegen vom Bruce Highway Richtung Küste ab. Die Strasse ist "dirty" - so hat sie der Mann genannt - und wegen des Regens auch dementsprechend glitschig. Das Auto hat einen neuen Anstrich, als wir im Paradies ankommen.
Wir sind gespannt, was uns nun erwartet. Wir richten unsern Campground ein und bereiten das Abendessen zu. Nun, was ist denn das? Ach ja, der Regen. Wir schaffen alles ins Auto und essen da weiter. Dass es sowas im Paradies gibt?!
Glücklicherweise haben wir das Zelt schon aufgestellt und auch entsprechend zugedeckt. So können wir wenigstens trocken Schlafen. Am Morgen siehst dann nicht besser aus. Die Regenschauer wechseln sich mit Aufhellungen ab. Ein Blick am Strand zeigt zwar Palmen, Sand und Meer, aber dann hat es sich auch schon.
Wir stellen fest: auch im Paradies regnet es und unser Paradies sieht definitiv anders aus.

Whitsunday

Eine Autostunde südlich liegt der Airliebeach. Hier machen wir 2 Tage halt und hoffen, einen schönen Tag zu erwischen, um die wunderschönen Inseln der Whitsunday Islands zu bestaunen. Aber das Wetter bleibt an der Nordostküste weiterhin nass. So müssen wir uns halt mit den Gegebenheiten des Campingparks zufrieden geben. Die Tierwelt scheint hier noch intakt zu sein. Ein Lizzard (Aboriginie: goanna) schreitet gemütlich durchs Gras und sucht sich etwas zum Essen. Meist ernährt er sich von Würmern, Insekten und Eiern. Dieser hier hats nicht so eilig wie der in Normanton. So kann man ihn auch einigermassen photographieren.

Ein anderer Vierbeiner hat sich ebenfalls den Campingplatz zu seiner Heimat gemacht: der Possum. Das nachtaktive Tier haben wir bisher auch nur tot auf der Strasse gesehen.

the sugar city

Wir treffen in der 72'000 Einwohner Stadt Mackay ein. Hier besuchen wir Peter, (einen Bekannten von Regi) bei dessen Motel wir einquartieren.
Gegründet wurde Mackay von maltesischen Auswanderern zur Zeit, als Malta noch zu England gehörte.
Pro Jahr werden hier 7 Millionen Tonnen Zuckerrohr umgeschlagen. Wegen der diesjährigen Trockenheit wird mit 5.5 Millionen Tonnen gerechnet. Wir haben es uns nicht nehmen lassen und haben ein Rohr abgeschnitten. Es schmeckt einfach köstlich.
Ein ganz anderer Industriezweig hat hier ebenfalls Wurzeln geschlagen: der Steinkohleabbau. In Hay Point (etwas südlich von Mackay) treffen alle Züge aus den Minen im Hinterland ein. Hier wird jährlich 280 Millionen Tonnen Steinkohle (coal) in die Frachtschiffe verladen. Der Verlad geschieht vollautomatisch. Gigantische Schaufelbagger bringen das Gut auf Förderbänder und diese transportieren die Kohle zu den vor Anker liegenden Schiffen. Die Züge von den Minen sind teils mehr als einen Kilometer lang. Wir zählen bei einem der Züge 84 Wagen und 3 Loks. Die Züge fahren Tag und Nacht, sieben Tage die Woche. Auf dem Weg ins Hinterland kommen uns mehrere Schwertransporter entgegen. Mal ist ein übergrosser Truck geladen, mal eine riesige Baggerschaufel und dann Räder mit mehr als 5 Meter Durchmessern.

Gold rush

In Mackay verlassen wir die Küste wieder und fahren durchs Inland. Der Grund ist einfach: wir wollen nach Rubyvale. Dort kann man Didgeridoos bauen. Da es in Cairns nicht geklappt hat, fahren wir nun halt da hin. Wir übernachten in Clermont. Eigentlich haben wir erwartet, dass wir hier die einzigen Camper sind. Aber weit gefehlt - es sind mehr als 50 hier! In einer so verlassenen Gegend? Der Grund ist schnell gefunden: jeder spricht hier nur von Goldfunden. Gespässige Leute, die den ganzen Tag nach Gold suchen und sich abends über die Funde unterhalten. Monatelang sind sie zum Teil hier.
Rubyvale ist bald erreicht. Leider gibt es aber hier seit ca. 3 Monaten keine Didgeridoos mehr zum Bauen :-( . Die Stimmung sinkt. Wir fahren weiter nach Emerald und erkundigen uns nach weiteren Möglichkeiten. Springsure - 60 km südlich - da soll einer dies anbieten. Da wir niemanden per Telefon erreichen, fahren wir auch da hin. Wieder Fehlanzeige. Wir finden weder ein Office noch jemanden, der etwas näheres weiss.
Wir fahren wieder Richtung Küste und machen halt im Blackdown Tableland NP. Die Übernachtung ist zwar bitterkalt, aber am Morgen ist es bald wieder angenehm. Gerade richtig für einen Walk zum Rainbow Fall und zu den Rockholes. Zwei wirklich empfehlenswerte Spots.
Auf dem Rückweg gehts dann über einen 4WD Track mit einer zirka 30 Meter langen und sehr steilen Stelle.

Dingo

Wieder auf dem Highway Richtung Rockhampton machen wir in Dingo halt. Im Roadhouse erfahren wir, dass es auf einer nahegelegenen Cattle Station Didgeridoos zum Bauen gibt. Also nichts wie hin. Der nächste Workshop ist am Mittwoch. Nun, wir haben Sonntag. Was soll man denn hier in der Pampas so viele Tage machen? Nichts. Also fahren wir zuerst nach Rockhampton, verweilen dort, und kehren am Dienstag wieder nach Dingo.

Yiparra

Nach zwei Tagen an der Capricorn Coast in Yeppoon fahren wir nun zurück nach Dingo. Genauer gesagt zum Homestead "Namoi Hills Cattle Station". Schon bald wird klar, dass es sich hier nicht nur um eine Cattle Station handelt. Täglich kommen hier unzählige Backpackers an, um einen Tag im Outback zu erleben.

Was ein Yiparra ist und wie ein Didgeridoo entsteht, das erfährst Du im letzen Downunderletter...



See you...the next letter is coming soon.

Technische Daten

Standort: Dingo (Qld)
Tage: 74/87
Flugstrecke: Zürich - Singapore - Sydney
Flugdistanz: ca. 16'000km
Flugzeit: 18h 30'
Fähren Anzahl: 5
  Melbourne-Gorgetown: ca. 250 km
  Pieman River ca. 250m
  Bruny Island ca. 3km (2mal)
  Devonport-Melbourne ca. 250 km
Strassenkilometer: ca. 15'000km
  davon ca. 2'700km unsealed road
Verbrauch Diesel: ca. 1500 Liter
Gas (Kochen/Licht): 1 Flasche à 5 Liter

Reiseroute