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Mine Site

Von Wiluna nach Meekatharra führt eine ca. 200km lange Gravel-Road, die sehr gut zu befahren ist. Fahrzeuge treffen wir keine, aber trotzdem sind wir nun wieder näher an der Zivilisation. In Meekatharra treffen wir auf den Great Northern Highway. Dies ist der Highway, der praktisch parallel zum Küsten-Highway (Costal Highway) verläuft, aber im Landesinnern. Dieser dient wohl hauptsächlich der Versorgung der vielen Minenstädte.

In Newman treffen wir auf eine weitere Minenstadt. Auf dem gleichnamigen Caravanpark checken wir ein. Beiläufig frage ich noch nach der Art der Mine hier: " It's definitely the biggest iron ore mine in the whole southern hemisphere!", lautet die Antwort. Huch, das wusste ich nicht. Ich dachte schon, die Mine in Tom Price sei sehr gross. Also ändern wir unsere Pläne und besuchen die Mine hier.

Es handelt sich um die grösste offene Mine (Tagbau) der Welt. Riesige Trucks führen das stark eisenhaltige Erz (über 70%) zu den Schrädern. Von da wird der Rohstoff auf Eisenbahnwagen verladen. Ein Wagen ist in 15 Sekunden beladen. Der ganze Zug fährt mit konstanten 6.5 km/h rückwärts. In 90 Minuten ist ein Eisenerzzug abfahrbereit, um die Ware von hier über die 450km Strecke nach Port Headland an der Küste zu bringen. Für die Weiterverarbeitung wird das Erz nach Asien, Europa und in den Süden verschifft. Ein nomaler Zug hat 280 Wagons mit je 110 Tonnen Erz. Der längste je gebildete Zug war 7.3km lang. Die 8 Loks wurden durch einen einzigen Lokführer bedient...



Die Strassen in der Mine werden laufend bewässert, damit keine Staubentwicklung entsteht. Die speziellen Trucks für die Bewässerung fassen 140'000 Liter Wasser.



Ein neuer Reifen kostet $35'000, ein Truck rund $5.5 Millionen. Gearbeitet wird 24h und 7 Tage die Woche in 2 Schichten. Von 6am bis 6pm und die 2te Schicht von 6pm bis 6am...

Karijini National Park

Mit einem neuen Reifen und einer neuen Hauptbatterie geht es nun in Richtung Karijini National Park in der Pilbara. Für uns einer der schönsten Nationalparks - klein aber fein.
Leider ist das Visitors Center bereits um 2pm geschlossen. So gehen wir direkt zur nahegelegenen Fortescue Gorge (Schlucht). Vom Lookout sieht man schön in den 100 Meter tiefer gelegenen Circular Pool. Pascal und ich entschliessen uns, herunter zu steigen. Allerdings sind wir doch schon etwas spät dran und es reicht nicht ganz zum Pool. Aber vorher gibts auch schon ein paar schöne Stellen in der Schlucht...



Es ist erstaunlich, dass noch Wasser in dieser Gorge fliesst, hat es doch seit Monaten nicht mehr geregnet. Im Januar gab es wegen der Hitze einige Buschfeuer. Die Schäden sind im Park noch zu sehen. Wir verlassen die Gorge rechtzeitig, um das Nachtlager in der Nähe noch bei Tageslicht aufzubauen. In der Nacht geht ein stürmischer Wind, aber die Temperatur kühlt sich kaum ab. Am Morgen leuchtet der Himmel rot...



Ein herrlicher Tag beginnt. Der Himmel fast wolkenlos und stahlblau, die Temperatur gewohnt heiss. Der Wind hat etwas nachgelassen. Es geht zu einem nächsten Abstieg in die Gorge. Diesmal zum Wasserfall (Fortescue). Jasmin wagt sich diesmal auch mit, Philipp schläft bereits wieder. Der Abstieg ist etwas einfacher und dauert ca. 15 Minuten. Dass Wasser fliesst, hört man schon von weitem. Der grosse kühle Pool lädt förmlich zum Baden ein. Jasmin und Pascal sind kaum zu halten. Wir geniessen die Abkühlung.



Damit wir die Öffnungzeit (14h) des Visitors Centers nicht wieder verpassen, machen wir uns bald an den Aufstieg.
Dort kaufen wir uns den Nationalpark-Pass für ganz Westaustralien - COOL! Ich mache noch einen Rundgang um die Regale und lasse mich von den vielen herrlichen Bildbänden faszinieren. Als ich zum Ausgang laufen will, fragt mich die Aborigini-Dame an der Theke:"...did you hear the information about the Cyclon "George"?" Verwundert schaue ich auf das Blatt auf der Theke. Am Anfang unserer Reise gab es doch schon welche, die gingen doch alle gegen Osten nach Queensland? Nun ja, die Realität sieht halt manchmal anders aus. Ich erkundige mich noch nach dem genauen Eintreffen in dieser Gegend. "In the next 24 or 48 hours".
Wir entschliessen uns trotzdem, im Park zur nächsten Gorge zu fahren: Waruna-Gorge. Hier gibt es einen kurzen Abstieg zu einem Pool sowie einem Wasserfall. Inzwischen hat der Wind ziemlich stark zugenommen. Wolken ziehen auf. Die Photobedingungen werden allmählich schlechter...



Tom Price

Bei der Fahrt aus der Schlucht entschliessen wir uns, in Richtung Tom Price zu fahren und uns über den Stand der Zyklone zu erkundigen. Hier sagt man uns, dass einer der Zyklone auf dem offenen Meer vor Port Headland (ca. 200km von Tom Price entfernt) auf dem Weg zur Küste sei und in ca. 48 Stunden hier eintreffen könnte, sofern er nicht wo anders seinen Lauf nimmt... Phaaaaa! Was sollen wir nun? Weiterfahren liegt fast nicht drin. Der nächste grössere Ort (in unserer Richtung) ist ca. 650km entfernt. Dies schaffen wir heute nicht mehr. Wir entschliessen uns, mal was einzukaufen (für alle Fälle, man weiss ja nie) und übernachten dann im Caravan-Park. Am nächsten Tag können wir ja dann weiterschauen. Gesagt getan.
Im Supermarkt herrscht Ausverkaufstimmung. Brot gibt es schon keines mehr. Frischwaren gehen auch bald aus. Nachschubprobleme? Nein, man scheint sich auf den Zyklon vorzubereiten. An der Kasse bezahlen wir bei "Liz". Die Frau scheint sich von der Hektik kaum zu beunruhigen und rechnet unsere Einkäufe gemütlich ab und bedankt sich anschliessend freundlich. Im Caravanpark fragt mich die Dame mit skeptischem Blick, ob wir wirklich im Zelt übernachten wollen? "Yes!", sage ich. Schliesslich kommt der Zyklon doch frühestens morgen Abend. Wir checken ein. Beim Herauslaufen schlucke ich einmal tief, der Wind bläst nun einiges stärker. "Ok", wir wollen in ein Cabin umbuchen - sicher ist sicher. Leider ist bereits alles ausgebucht. Der Besitzer gibt uns noch mit auf den Weg, dass wir hier zwei Möglichkeiten haben: Motel oder Lodge.
Mit hängenden Köpfen geht es Richtung Zentrum. Freundlich werden wir im Motel empfangen. Wir sind gespannt auf die Höhe des Preises. Wir sind auf alles gefasst! "Fully booked!". "Hä!". Das kann doch nicht sein. Doch in der Lodge erfahren wir den Grund der guten Buchungen. Zur Zeit ist Minen-Saison (was immer das auch sein mag), da ist immer viel los und natürlich auch hier "fully booked". Mit hängenden Kopfen und einer gewissen Ratlosigkeit wenden wir uns von der Theke ab. Plötzlich stehen zwei Damen von ihren Sitzen hinter uns auf und fragen nach unserem Problem. Wir erklären ihnen, dass wir keine Übernachtungsmöglichkeit hier in Tom Price finden können. "No problem!", sagen die beiden. Wir müssen hier in der Loge noch an eine Info betreffend Job. Kommt doch um 18h wieder hier vorbei...
Die eine der Damen entpupt sich als die Kassiererin Liz Diver vom Supermarkt.

George

Die kommenden zwei Tage verbringen wir bei Familie Diver. Sie haben uns kurzerhand ein Cabin im Hinterhof hergerichtet und wir können Dusche, Küche und WC benutzen. Wir sind - wieder einmal mehr - von der Gastfreundschaft und Spontanität der Australier beeindruckt.
Wir erfahren so einiges von der Herkunft der Diver's. Doug's Grossvater ist Ende 19Jh. in Perth per Schiff angekommen. Er hat sich zwischen Perth und Kalgoorlie eine Schaffarm aufgebaut. Die Söhne haben diese übernommen. Doug arbeitet für eine Mine. Wegen des herannahenden Zyklons wurden aber alle Minen in der Gegend geschlossen. Auch bleiben am Tag nach unserer Ankunft alle Geschäfte geschlossen. Mit Diesel haben wir uns auch eingedeckt. Sollte der Zyklon die Versorgungsstrassen überfluten, haben wir zumindest mal Treibstoff und können beim ersten Überflutungsrückgang die Stadt zügig verlassen.

Wir werden immer auf dem laufenden gehalten, was den Tropensturm angeht. Am Abend zeichnet es sich ab, dass der Sturm nicht wie vorausberechnet über Tom Price ziehen wird, sondern in östlicher Richtung abdreht.



Am Sonntag morgen gibt's dann Entwarnung. Wind und Regen sind weg und ein warmer Morgen erwacht. Wir brechen zeitig auf und machen uns auf den Weg via Paraburdoo (auch eine Minenstadt) nach Exmouth.

Cape Range

Exmouth liegt an der Spitze eines Capes, welches vom Meer und einer Bay umgeben ist. Hier an der Küste liegt das Ningaloo Reef. Für Insider das noch schönere aber kleinere Barrier Reef.
Kurz vor dem Caravanpark sehen wir auf der Strasse einen grossen Lizzard (ca. 1.2m lang). Leider ist er schneller weg, als die Kamera in Schussposition ist. Dafür gibt es einige Emus, Lizzards und Kakadus im Park und rund herum.



Vor zehn Jahren hat uns die Strasse zum Yardie Creek zwei Reifen gekostet. Nun ist die Strasse bis zum Creek geteert und somit problemlos zu befahren. Wir fahren zum einen und andern Strand an der Strecke. Die Turquoise Bay wird seinem Namen gerecht. Im knietiefen Wasser schwimmen uns die Fische um die Beine. Ein kleiner Stingray lässt sich auch erblicken. Er ist aber ohne Tauchausrüstung kaum zu photographieren. Dafür lassen sich andere Fische besser ablichten.





In einer benachbarten Bucht (Sandy Bay) schwimmt uns ein Riffhai direkt vor die Füsse. Aber ehe man ihn sieht, ist er auch schon wieder weg. Ich versuche, mit einer geborgenen Taucherbrille und Schnorchel ein paar Unterwasseraufnahmen vom Riff zu machen. Die Strömung ist aber enorm stark und ohne Flossen schaffe ich dies nicht :-( .

Neben Emus sind hier im National Park auch eine Menge Känguruhs und Lizzards zu sehen. Da wir nur tagsüber herumstreifen, bleiben uns die Riesenschildkröten vergönnt. Aber ihre Spuren zu den Nestern sind unverkennbar.



Dass es hier auch andere Tiere gibt, stellen wir in der Nacht fest. In den Amenities schleicht eine Schlange durch die Gänge...



Da es hier in der Gegend fast nur giftige gibt, gehen wir mal davon aus, dass dies auch ein solches Exemplar ist. Sie ist zwar nur ca. 40cm lang, aber mein Respekt bleibt...





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